Pfotenwissen 28. September 2026 von Steven Dazdarevic

Hund kratzt sich ständig: Ursachen und was du tun kannst

Kratzt sich dein Hund ständig, steckt meist mehr dahinter. Die häufigsten Ursachen, was du selbst prüfen kannst und wann der Tierarzt dran ist.

Dass sich ein Hund ab und zu kratzt, ist völlig normal. Kratzt er sich aber ständig, leckt an den Pfoten oder hält dich nachts mit dem Klappern der Hundemarke wach, steckt meist mehr dahinter. Hier erfährst du, welche Ursachen am häufigsten sind, was du selbst prüfen kannst und wann du besser zum Tierarzt gehst.

Wann ist Kratzen nicht mehr normal?

Achte darauf, ob eines dieser Anzeichen zutrifft:

  • Dein Hund kratzt sich über mehrere Tage hinweg mehrmals täglich.
  • Er kratzt sich vor allem nachts oder wacht davon auf.
  • Er leckt oder knabbert ständig an Pfoten, Bauch oder Flanken.
  • Du siehst rote Stellen, Krusten, Schuppen oder kahle Stellen.
  • Haut oder Ohren riechen unangenehm, oder er schüttelt häufig den Kopf.

Trifft etwas davon zu, lohnt es sich, der Sache nachzugehen.

Die häufigsten Ursachen

1. Parasiten

Flöhe und Milben gehören zu den häufigsten Gründen für Juckreiz. Im Spätsommer und Herbst sind außerdem Herbstgrasmilben aktiv, die sich gern zwischen den Zehen und am Bauch festsetzen. Ein einfacher Test: Kämme deinen Hund mit einem Flohkamm über einem weißen, feuchten Tuch aus. Färben sich kleine dunkle Krümel rötlich, ist das Flohkot.

2. Allergien

Hunde können auf Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmel reagieren. Tierärzte sprechen dann von atopischer Dermatitis. Typisch ist Juckreiz an Pfoten, Achseln, Bauch, Ohren und im Gesicht. Seltener steckt eine Futtermittelallergie dahinter. Ob das Futter die Ursache ist, lässt sich nur mit einer strengen Ausschlussdiät über mehrere Wochen herausfinden, am besten zusammen mit dem Tierarzt.

3. Trockene Haut

Heizungsluft im Winter, häufiges Baden mit ungeeignetem Shampoo oder ein Futter mit wenig hochwertigem Fett können die Haut austrocknen. Oft siehst du dann feine Schuppen im Fell oder auf dem dunklen Sofa.

4. Infektionen der Haut

Wenn ein Hund sich lange kratzt, wird die Hautbarriere geschwächt. Bakterien oder Hefepilze (Malassezien) haben dann leichtes Spiel. Anzeichen sind fettige, gerötete Haut, Krusten oder ein muffiger Geruch. Eine Infektion gehört immer in tierärztliche Behandlung.

5. Langeweile und Stress

Manche Hunde lecken oder knabbern an sich, wenn sie unterfordert oder gestresst sind. Das betrifft oft eine bestimmte Stelle, zum Beispiel eine Vorderpfote.

Was du selbst tun kannst

  • Parasiten ausschließen: Kontrolliere das Fell mit dem Flohkamm und sprich mit deinem Tierarzt über einen passenden Parasitenschutz.
  • Weniger baden: Bade deinen Hund nur, wenn es nötig ist, und nur mit einem milden Hundeshampoo.
  • Raumluft beachten: Im Winter hilft es, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung nicht zu stark absinken zu lassen.
  • Futter prüfen: Achte auf ein hochwertiges Hauptfutter mit ausreichend Fett und Omega-3-Fettsäuren.
  • Tagebuch führen: Notiere, wann und wo dein Hund sich kratzt, zum Beispiel nach Spaziergängen im hohen Gras oder nach bestimmten Leckerlis. Das hilft auch deinem Tierarzt.

Welche Rolle spielen Omega-3 und Nährstoffe?

Die Haut schützt sich mit einer Barriere aus Fetten und Hornzellen. Damit diese Barriere gut funktioniert, braucht der Körper bestimmte Nährstoffe.

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) gehören zu den am besten untersuchten Nährstoffen für Haut und Fell. In einer placebokontrollierten Studie mit Hunden, die schlechtes Fell hatten, verbesserte sich der Zustand von Haut und Fell mit täglichem EPA und DHA deutlich (Combarros et al., 2020). Auch in den internationalen Empfehlungen zur atopischen Dermatitis werden essenzielle Fettsäuren als mögliche Ergänzung genannt, um die Hautbarriere zu unterstützen (Olivry et al., 2015). Sie ersetzen aber keine Behandlung der eigentlichen Ursache.

Zink ist an der Bildung von Haut und Haaren beteiligt. Biotin spielt eine wichtige Rolle für Haut, Haare und Krallen. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über stumpfes Fell beim Hund.

Wann solltest du zum Tierarzt?

  • wenn du offene, nässende oder verkrustete Stellen siehst
  • wenn dein Hund Fell verliert oder kahle Stellen bekommt
  • wenn Ohren riechen oder er häufig den Kopf schüttelt
  • wenn das Kratzen trotz Parasitenschutz länger als ein bis zwei Wochen anhält
  • wenn dein Hund wegen des Juckreizes schlecht schläft oder unruhig ist

Bei Welpen und älteren Hunden gehst du besser früher als später.

Der Pfotheke Haut & Fell Komplex

Unser Haut & Fell Komplex ist ein Ergänzungsfuttermittel mit den Nährstoffen, um die es in diesem Artikel geht. Pro Soft Chew enthält er:

  • 150 mg DHA-reiche Algen (Schizochytrium)
  • 50 mg MOS (Mannan-Oligosaccharide)
  • 25 mg Vitamin C
  • 10 mg Zink-Bisglycinat
  • 5 mg Biotin
  • 2 mg Vitamin E

Das Omega-3 stammt aus Algen statt aus Fischöl, deshalb riecht der Chew kaum nach Fisch. Die Tagesmenge richtet sich nach dem Gewicht: bis 10 kg 1 Chew, 10 bis 30 kg 2 Chews, über 30 kg 3 Chews täglich. Der Komplex ist kein Mittel gegen Juckreiz. Er ergänzt die Versorgung mit Nährstoffen, die für Haut und Fell wichtig sind. Und falls dein Hund die Chews nicht mag, greift unsere Geschmacksgarantie.

Häufige Fragen

Warum kratzt sich mein Hund nachts mehr?

Nachts gibt es weniger Ablenkung, und im warmen Körbchen nimmt man Juckreiz stärker wahr. Kratzt sich dein Hund vor allem nachts, ist das ein Zeichen, dass der Juckreiz ernst zu nehmen ist.

Hilft häufiges Baden gegen Juckreiz?

Meist nicht. Zu häufiges Baden entfernt schützende Fette von der Haut. Spezielle medizinische Shampoos solltest du nur nach Absprache mit dem Tierarzt verwenden.

Kann das Futter schuld sein?

Ja, das ist möglich, aber seltener als oft gedacht. Häufiger sind Parasiten oder Umweltallergien. Eine Futtermittelallergie lässt sich nur über eine konsequente Ausschlussdiät klären.

Wie lange dauert es, bis Omega-3 sich bemerkbar macht?

Haut und Fell erneuern sich langsam. Rechne mit mindestens 6 bis 12 Wochen, bis du einen Unterschied siehst.

Quellen

  • Combarros, D. et al. (2020): A prospective, randomized, double blind, placebo-controlled evaluation of the effects of an n-3 essential fatty acids supplement on clinical signs and fatty acid concentrations in dogs with poor quality coats. Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids.
  • Olivry, T. et al. (2015): Treatment of canine atopic dermatitis: 2015 updated guidelines from the International Committee on Allergic Diseases of Animals (ICADA). BMC Veterinary Research.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Unsere Produkte sind Ergänzungsfuttermittel für Hunde.


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